Hammerherren GmbH
Der Name

Wer waren die Hammerherren?

Hammerherren besaßen die Hammerwerke der Eisenwurzen – und wurden mit dem Eisen so wohlhabend, dass man sie „Schwarze Grafen“ nannte.1, 4

Vom späten Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert betrieben sie Hammer- und Sensenwerke, die mit Wasserkraft liefen. Zu Hause waren sie dort, wo es Wald, Wasser und Erz gab: in der österreichischen Eisenwurzen zwischen Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark, aber auch im Erzgebirge und in der Oberpfalz.

Hammer, Wasser, Eisen

Ihr Geschäft war das Eisen – und Waren, die weit über die Region hinaus gefragt waren, etwa die „Blaue Sense“. Vom Landesherrn bekamen sie Rechte am Wald, dessen Holz die Holzkohle für die Feuer lieferte, und am Wasser, das die Hämmer antrieb. Um Preise und Mengen abzusprechen, schlossen sie sich zusammen, etwa zur „Großen Hammereinung“ von 1387.2 Mit dem Geld kam ein Leben, das dem des Adels kaum nachstand.

Die Schwarzen Grafen

In ihren Tälern hatten die Hammerherren das Sagen. Als „Brotherren“ gaben sie Schmiedemeistern, Gesellen und Köhlern Arbeit, bestimmten, was und wie viel hergestellt wurde, und sprachen oft auch selbst Recht. Das zeigten sie gern: mit einer eigenen Tracht4 und mit prächtigen Häusern. Zugleich waren sie neugierig: Sie liebten das Außergewöhnliche und hatten Freude an den neuesten Erfindungen ihrer Zeit.4 Ihre schlossartigen Hammerherrenhäuser prägen viele Orte bis heute.1, 3

Das Ende einer Epoche

Im 19. Jahrhundert kam die Industrialisierung. Statt Holzkohle verfeuerte man nun Steinkohle, und große Hochöfen erzeugten viel mehr Eisen zu viel geringeren Kosten. Dagegen kamen die kleinen Hammerwerke an den Bächen nicht an. Eines nach dem anderen schloss – und mit ihnen verschwanden die Hammerherren.

Und wir?

Der Name der Hammerherren GmbH ist mehr als eine Verbeugung vor der Geschichte: Zum Anlagevermögen der Gesellschaft gehört heute ein Hammerherrenhaus im Ennstal – ein Stück jener Bau- und Wohnkultur, von der diese Seite erzählt. Damit steht das Haus auch für den zweiten Teil unseres Namenszusatzes: Unternehmensberatung & Immobilien.

Und ein Stück ihrer Haltung nehmen wir uns gern zum Vorbild: Neugier auf das Neueste, verbunden mit Handwerk, auf das man sich verlassen kann. Ihre Werkzeuge waren Wasserkraft und Hammer, unsere sind Cloud, Sensoren und sauber gebaute Berechtigungen. Der Anspruch ist derselbe geblieben – am Ende soll etwas Solides stehen.

Ganz übernehmen wir das Erbe allerdings nicht. Die „Herren“ im Namen sind ein historischer Begriff, kein Programm: Wir arbeiten für alle und mit allen, die etwas bewegen wollen. Und von der Ordnung der Hammerwerke mit Brotherren und Gerichtsbarkeit halten wir respektvollen Abstand. Schwarze Finger bekommt man bei uns trotzdem manchmal – im Netzwerkschrank, nicht vom Ruß.

Quellen

  1. Jagersberger, Reinhold: Die Herrenhäuser der Schwarzen Grafen. Bau- und Wohnkultur der Sensenschmiede, Hammermeister, Messerer und Eisenverleger in Oberösterreich. Graz: Leopold Stocker Verlag 2020. ISBN 978-3-85365-305-0.
  2. Laschinger, Johannes; Wolf, Helmut: Hammereinungen. In: Historisches Lexikon Bayerns, 7. November 2016. historisches-lexikon-bayerns.de ↗
  3. Hammerherrenhaus. In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie, abgerufen am 6. Oktober 2026. de.wikipedia.org ↗
  4. Verein d’Hammerschmied: Die Schwarzen Grafen. Schmiedleithen, abgerufen am 6. Oktober 2026. schmiedleithen.at ↗